Projekte

 

 Aktion Mensch – Projektförderung für das Vorhaben „Integrationslotsen des Interkulturellen Jugendzentrums - Junge Menschen mit Migrationshintergrund als Brückenbauer in der Flüchtlingsarbeit“ (Durchführungszeitraum: 1. Mai 2017 – 30. April 2020)

Im Rahmen von insgesamt 9 Maßnahmen im Jahr (drei je Maßnahmenreihe) möchte der Spanische Bundesverband einen Beitrag zur Verbesserung der Situation von jungen Geflüchteten in der Kommune Remscheid leisten. Ein Teil der Maßnahmen richtet sich in erster Linie an junge MigrantInnen unterschiedlicher Herkunft aus unserem Jugendzentrum, die durch Qualifizierungsveranstaltungen für das Flüchtlingsthema und für Neuankömmlinge sensibilisiert werden und sie bei der erfolgreichen Integration begleiten sollen. Als Integrationslotsen sollen diese Jugendlichen, die im Laufe ihrer Migrationsgeschichte die im Rahmen der interkulturellen Maßnahmen unseres Jugendzentrums und im Laufe des Aktion Mensch-Projektes zur Integration von jungen Fachkräften erworbenen Kenntnisse, mit der notwendigen Sensibilität und Ausdauer, in der ehrenamtlichen Arbeit mit jungen Geflüchteten einbringen. Die eigene Migrationsbiographie und die verschiedenen (mutter-)sprachlichen Ressourcen verschaffen ihnen das nötige Vertrauen und eine Vorbildfunktion für diese neuen Zuwanderer. Parallel hierzu sollen die Geflüchteten direkt, im Rahmen von Informations-/Orientierungsseminaren, praktische Infos zur Verbesserung ihrer neuen Lebenssituation in der Fremde erhalten. Die bisher erfolgreichen Angebote unseres Jugendzentrums, wie Sozialberatungsangebote, Informationsveranstaltungen und freizeitgestaltende Kurse, die bisher auf junge Zuwanderer aus Südeuropa und weitere in Remscheid ansässige Jugendliche mit Migrationshintergrund zugeschnitten waren, sollen darüber hinaus auf junge Geflüchtete erweitert werden. Innerhalb der dritten Maßnahmenreihe, den Gesprächskreisen gegenseitigen Austauschs und Dialogs, sollen die jungen Geflüchteten mit den jungen für dieses Vorhaben gewonnenen Ehrenamtlern und weiteren Jugendlichen, die sich aktiv in der ehrenamtlichen Arbeit beteiligen möchten, zusammenkommen und ihre unterschiedlichen Wertevorstellungen und daraus resultierenden Konfliktsituationen ergründen und Lösungsansätze für ein verbessertes Zusammenleben ergründen. Gleichzeitig möchten die jungen Flüchtlinge dazu motivieren, sich sowohl in unserem Jugendzentrum als auch in unseren ortsansässigen Mitgliedsvereinen in Form kulturellen, gastwirtschaftlichen und handwerklichen Aktivitäten, bspw. bei Großveranstaltungen wie dem Weltfrauentag, den Tag der Arbeit, Sommerfesten, unterschiedlichen Seminaren, usw., zu engagieren, um so dem derzeitigen Mangel an Ehrenamtlern in MSOs entgegenzuwirken. 


 


Integrationsagentur Rheinisch-Bergischer Kreis/Wermelskirchen (Durchführungszeitraum: 1. Februar 2013 - 31. Dezember 2020)

Träger der Integrationsagentur soll der Bundesverband spanischer sozialer und kultureller Vereine e.V. sein.
Wegen fehlender Informationen, Zeitmangel oder auch aus Scham haben viele MigrantInnen gesundheitliche, soziale und berufliche Einrichtungen bisher nicht wahrgenommen. Auch auf Grund der Sprachbarriere und Personals, das oft keine Sensibilität für ihre Situation entwickelt hat, nutzen MigrantInnen diese Angebote nicht ausreichend. Dies gilt auch für die Inanspruchnahme seniorenspezifischer Angebote, die nicht ihren migrationspezifischen Bedürfnissen entsprechen. Eine gelungene IA-Arbeit kann aber einzig und allein als soziokulturelles Vorhaben verstanden werden, wenn bei den verschiedenen Ideen und Zielsetzungen der in ihm integrierten MigrantInnengruppen, der Austausch mit und die Annäherung an die deutsche Gesellschaft als vorauszusetzende Grundprinzipien angesehen werden. Eine Integrationsagentur soll eine Bereicherung für die Gesamtgesellschaft und somit für den Rheinisch-Bergischen Kreis insgesamt darstellen. Dies kann nur geschehen, wenn die dafür geplanten sozialen Aktivitäten und Veranstaltungen und weitere Projekte mit soziokulturellem Charakter immer in Einklang mit der deutschen Bevölkerung durchgeführt werden und in diesem Sinne auch für sie bestimmt und angesetzt werden. Demnach besteht in diesem Wirkungsbereich ein großer Bedarf zur Errichtung einer Integrationsagentur, durch welche die MigrantInnenbevölkerung sich, im Hinblick auf ihre Problemstellungen und Bedürfnisse, mit der deutschen Gesellschaft austauschen kann und die Weichen für ein gemeinsames Verständnis und ein besseres Miteinander gestellt werden.  

 

Vor diesem Hintergrund wollen wir mit dem Aufbau einer Integrationsagentur die Gruppe von Menschen mit Migrationshintergrund in Wermelskirchen und Umgebung unterstützen, wobei wir damit rechnen, dass eine Anzahl von 500 Menschen mit und ohne Migrationshintergrund unsere Angebote nutzen werden. Da nach jetzigem Stand auch in den nahegelegenden Nachbarstädten Burscheid, Kürten, Leichlingen, Odenthal, Overath und Rösrath keine Integrationsagentur existiert, möchte der Spanische Bundesverband auch Migranten aus diesen Städten in ihre interkulturelle Unterstützungsangebote einbeziehen. Hierdurch können insgesamt weitere 10.000 Menschen potentiell erreicht werden. Der Spanische Bundesverband möchte der Gruppe der spanischsprachigen und nichtspanischsprachigen MigrantInnen hiermit ein auf diese MigrantInnengruppe abgestimmtes Angebot machen und dabei mit den ortsansässigen Einrichtungen, wie mit anderen sozialen und freizeitgestaltenden Einrichtungen kooperieren. Mit diesem Projekt soll sich diese Integrationsagentur mit ihrem Angebot zu einer feste Größe im Leben der MigrantInnen etablieren und auch von der übrigen Bevölkerung wahrgenommen werden. Die Integrationsagentur des Spanischen Bundesverbandes soll gleichzeitig das bürgerschaftliche Engagement von Migrantinnen und Migranten in besonderer Weise unterstützen. Sie soll die Mitgliedsorganisationen, Elternvereine, Kulturzentren beraten, Räume für die Gruppen und Organisationen bieten, um Seminare und Workshops zu wichtigen Themen der Integrationsarbeit für spanische und andere MigrantInnen durchzuführen. Sie soll regelmäßig den interkulturellen Dialogsprozess auf lokaler, landes- und bundesweiter Ebene, initiiert bedarfsgerechte Maßnahmen und Projekte in den einzelnen Sozialräumen begleiten und sich aktiv an den lokalen Netzwerken beteiligt. Durch Mobilisierung ehrenamtlichen Engagements und durch den Versuch, künftige weitere Finanzierungsmöglichkeiten zu sichern, möchte der Spanische Bundesverband diese Integrationsagentur über die Projektzeit hinaus zu einer festen Institution für den Wirkungsbereich in Wermelskirchen und Umgebung machen. Ziel ist es, einen erheblichen Beitrag dafür zu leisten, dass MigrantInnen sich in Wermelskirchen und Umgebung „daheim“ und nicht „in der Fremde“ fühlen und in der Mitte der Gesellschaft ankommen. 

 

KOMM-An NRW – „Stärkung der Integrationsagenturen“ (Durchführungszeitraum: 1. Januar 2017 - 31. Dezember 2020)

Wir möchten mit dieser spezifischen Maßnahme junge Menschen von 14 bis 27 Jahren, die Mitglieder unseres seit April 2011 bestehenden Interkulturellen Jugendzentrums sind, und neu zugezogene Flüchtlinge, insbesondere innerhalb des zahlenmäßig überwiegenden Kollektivs junger Männer bis 27 Jahren zusammenbringen. Die in Remscheid ansässigen Jugendlichen sollen in Form von sozialpädagogisch geleiteten Vernetzungsgesprächskreisen für die Flüchtlingsdebatte sensibilisiert und dies zu einem konstruktiven Umgang mit diesen Themen mittels der oben genannten Aktivitäten genutzt werden. Zudem soll das Zusammenleben von jungen Geflüchteten und weiteren Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund in Remscheid durch den hier entstehenden gegenseitigen Dialog und Austausch verbessert werden. Das Projekt richtet sich einerseits an die Gruppe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund von 14 bis 27 Jahren, die wir seit April 2011 für das soziale Engagement und die Teilnahme an den Maßnahmen unseres Interkulturellen Jugendzentrums in Remscheid gewinnen konnten. Darüber hinaus werden wir mittels der sozialen Netzwerke, des städtischen Jugendamtes, des Jugendrates und des Jugendhilfeausschusses weitere Jugendliche und junge Menschen ansprechen, um sie für unser Vorhaben zu gewinnen. Auf der anderen Seite möchten wir durch die Aktivierung der jungen Ehrenamtlichen die Gruppe junger Geflüchteter bis 27 Jahre in Remscheid bei ihrem Sozialisierungs- und Integrationsprozess in einer neuen Heimat mit unterschiedlichen kulturellen und gesellschaftlichen Werten unterstützend begleiten. Es ist vor allem diese Gruppe, die in Remscheid und Umgebung den höchsten Unterstützungsbedarf aufweist. 1.Unterziel: Behebung des Informations- und Orientierungsdefizites der Zielgruppe im Hinblick auf die Neuzuwanderung aus Flüchtlingsgebieten durch Vortrags- und Gesprächskreise 2. Unterziel: Analyse des interkulturellen Zusammenlebens zwischen Flüchtlingen, Einheimischen und bereits ansässigen Menschen mit Migrationshintergrund innerhalb des Projektortes 3.Unterziel: Verbesserung des gegenseitigen Verständnisses zwischen Flüchtlingen und Menschen mit Migrationshintergrund und Erarbeitung von Strategien zur Lösung von Konfliktsituationen.

 

Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat - Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) im Rheinisch-Bergischen Kreis (Durchführungszeitraum: Seit dem 1. März 2019):

Mit Hilfe einer Migrationsberatungsstelle für erwachsene Zuwanderer möchten der Bundesverband spanischer sozialer und kultureller Vereine e.V. die notwendigen wirtschaftlichen und personellen Ressourcen schaffen, damit in Remscheid, Wermelskirchen und Umgebung, wo ein überproportional hoher Bevölkerungsanteil an Zuwanderern existiert, das bisher eingerichtete Beratungsangebot, das jährlich von über 3.000 Zuwanderern durch persönliches Erscheinen in der Geschäftsstelle, per Telefon und Mail, mittels des Kontaktformular auf unserer Webseite www.iree.org oder mit Hilfe diverser sozialer Netzwerke derzeit bereits in Anspruch genommen wird, langfristig etabliert werden kann und diese Beratungsstelle sich zu einem wahren Informations- und Orientierungspunkt für viele "neue Fachkräfte", die völlig desorientiert nach Deutschland kommen, entwickelt und somit Brücken zwischen diesen Neuzuwanderern und der deutschen Aufnahmegesellschaft geschaffen werden. Zudem sollen Brücken zu bestehenden Angeboten der Erstorientierung (Migrationszentraldienste, Jugendmigrationsdienste, karitative Träger, usw.) vor Ort entstehen. Um der wiedergegebenen Situation auf positive Weise entgegenzuwirken, möchten wir auf diese MigrantInnengruppe abgestimmte Informations- und Beratungsdienste, Informationsveranstaltungen und Workshops organisieren und dabei mit den als Kooperationspartner genannten Einrichtungen und anderen sozialen und freizeitgestaltenden Einrichtungen zusammenarbeiten. Folglich bedeutet das, dass der Spanische Bundesverband mit diesem Vorhaben sowohl für den deutschen Staat im wirtschaftlichen Sinne als auch für viele erwerblose Menschen in Spanien (Derzeit liegt in Spanien die Arbeitslosenquote junger Menschen bis 35 Jahren bei über 50 %. - Quelle: INE, Instituto Nacional de Estadística) auf sozialer Ebene unterstützend tätig und von erheblichen Nutzen werden soll. Mit den durch dieses Projekt erworbenen Qualifikationen wäre somit sowohl dem deutschen Arbeitsmarkt, als auch den Fachkräften selber geholfen. Eine gelungene Integrationsarbeit kann aber einzig und allein als soziokulturelles Vorhaben verstanden werden, wenn bei den verschiedenen Ideen und Zielsetzungen der in ihm integrierten MigrantInnengruppen, der Austausch mit und die Annäherung an die deutsche Gesellschaft als vorauszusetzende Grundprinzipien angesehen werden. Eine Migrationsberatungsstelle für erwachsene Zuwanderer soll eine Bereicherung für die Gesamtgesellschaft und somit für den Rheinisch-Bergischen Kreis insgesamt darstellen. Dies kann nur geschehen, wenn die dafür geplanten integrativen Maßnahmen immer in Einklang mit der deutschen Bevölkerung durchgeführt werden. Demnach besteht in diesem Wirkungsbereich ein großer Bedarf zur Errichtung einer Beratungsstelle, durch welche die MigrantInnenbevölkerung sich, im Hinblick auf ihre Problemstellungen und Bedürfnisse, mit der deutschen Gesellschaft austauschen kann und die Weichen für ein gemeinsames Verständnis und ein besseres Miteinander gestellt werden. Mit dem Aufbau einer MBE-Stelle möchten wir somit der Gruppe von Menschen mit Migrationshintergrund Remscheid, Wermelskirchen und Umgebung unterstützend zur Seite, wobei wir damit rechnen, dass eine Anzahl von jährlich 4.000 Menschen mit und ohne Migrationshintergrund unsere Angebote nutzen werden. Da nach jetzigem Stand auch in den naheliegenden Nachbarstädten Burscheid, Kürten, Leichlingen, Odenthal, Overath und Rösrath keine MBE-Stelle existiert, die eine professionelle Beratung, allen voran für spanischsprachige Neuzuwanderer, d.h. Spanier, Lateinamerikaner, aber auch Zuwanderer aus Osteuropa, Asien und Nordafrika und für Neuzugewanderte aus Ost- und Südeuropa anbietet, möchten wir zudem auch Migranten aus diesen Städten in ihre integrativen Unterstützungsangebote einbeziehen. Hierbei wird die Migrationsberatungsstelle mit der im Februar 2013 ebenfalls vom Spanischen Bundesverband eingerichteten Integrationsagentur kooperieren, um auf diese Weise weitere 15.000 Menschen potentiell zu erreichen. Der Spanische Bundesverband möchte der Gruppe der spanischsprachigen und nichtspanischsprachigen ZuwanderInnen ein auf diese MigrantInnengruppe abgestimmtes Angebot machen und dabei mit den ortsansässigen Einrichtungen, wie mit anderen sozialen und freizeitgestaltenden Einrichtungen kooperieren. Die besagte Migrationsberatungsstelle soll sich mit Hilfe ihres Angebotes zu einer festen Größe im Leben der MigrantInnen etablieren und auch von der übrigen Bevölkerung wahrgenommen werden. Sie soll, auch mit Hilfe ihrer im Projektort ansässigen Mitgliedsorganisationen, beispielsweise mit dem Spanischen Elternverein in Remscheid e.V. oder dem Spanischen Kulturzentrum Wermelskirchen e.V., Neuzuwanderer beraten und Räume für Seminare und Workshops zu wichtigen Themen der Integrationsarbeit zur Verfügung stellen. Ziel ist es im Endeffekt, einen wichtigen Beitrag zu leisten, damit Zuwanderer im Durchführungsort nicht „daheim“ und nicht „in der Fremde“ fühlen und in der Mitte der Gesellschaft ankommen.  

 

 

Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände in der Bundesrepublik Deutschland (BAGIV) e.V.  – „Ehrenamtler*nnen mit Migrationshintergrund im Einsatz für Flüchtlinge“ (Durchführungszeitraum: 1. Januar – 31. Dezember 2019)

Gemeinsam mit dem Projekt „Migrant*innen im Einsatz für Flüchtlinge“ wollen die teilnehmenden Verbände die Flüchtlingsarbeit in den Kommunen und Kreisen ihrer Mitgliedsorganisationen vorantreiben und mitgestalten. Dabei steht neben der Förderung der Integration der geflüchteten Menschen insbesondere die Vermittlung unserer freiheitlich demokratischen Grundwerte und das Verständnis von Vielfalt und Toleranz im Fokus der Arbeit. Wir freuen uns auf eine gute und intensive Zusammenarbeit mit den Verbänden. Geflüchtete kommen aus unterschiedlichen Kulturkreisen und sind durch andere Werte- und Normvorstellungen geprägt. Daher können interkulturelle Spannungen und Missverständnisse entstehen. Bei der Integration von Geflüchteten ist folglich nicht nur der Spracherwerb, sondern auch die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Werteverständnissen essentiell. Im Rahmen des Projekts „Ehrenamtler*innen mit Migrationshintergrund im Einsatz für Flüchtlinge“ befassen wir uns gemeinsam mit den Flüchtlingskoordinator*innen mit den freiheitlich demokratischen Grundwerten der Bundesrepublik Deutschland. Gemeinsam werden wir beleuchten, welche Werte und Normen die Grundlage für ein respektvolles und friedliches Miteinander bilden und wie wir diese Werte und unser Demokratieverständnis als gemeinsamen Orientierungsrahmen Neuzugewanderten vermitteln können.

Teilnehmende Verbände:
• Bundesverband spanischer sozialer und kultureller Vereine in Deutschland e.V.
• Iranische Gemeinde in Deutschland e.V.
• Kurdische Gemeinde Deutschland e.V.
• Verband der Griechischen Gemeinden in Deutschland (OEK) e.V.
• Zentralverband der Assyrischen Vereinigungen in Deutschland
und Europäischen Sektionen e.V. (ZAVD)

 

Bezirksregierung Arnsberg - Zuwendungen für Selbstorganisationen von Migrantinnen und Migranten (MSO): "Rollen und Bilder zugewanderter Frauen - eine Qualifizierungsmaßnahme für Migrantinnen der in NRW ansässigen Vereine des Spanischen Bundesverbandes” (Durchführungszeitraum: 14. März 2019  - 31. Dezember 2020)

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat im Jahre 2012 den Forschungsbericht „Ältere Migrantinnen und Migranten – Entwicklungen, Lebenslagen und Perspektiven“ veröffentlicht. Dort wird unter anderem darauf hingewiesen, dass 13 Prozent der Ausländer Grundsicherung im Alter beziehen (bei Deutschen sind es lediglich zwei Prozent). Experten machen darauf aufmerksam, dass, über alle Migrantengruppen hinweg, ältere Frauen eine besondere Problemgruppe, aufgrund ihrer spezifischen Erwerbsbiographie und ihres Familienstandes (häufige Verwitwung), darstellen. Anlässlich unserer Veranstaltungen mit älteren Menschen werden wir immer wieder mit der konkreten Dramatik vieler Teilnehmenden konfrontiert, die in unmittelbarem Zusammenhang mit ihrer prekären finanziellen Situation steht. Auch wenn wir davon ausgehen, dass sich in absehbarer Zeit an der ökonomischen Situation unserer älteren Landsleute nichts wesentlich verändern wird, so könnten wir durchaus durch den Aufbau passender Angebote der offenen Altenhilfe in unseren Zentren und Treffpunkten vieles hinsichtlich einer Entspannung der durch geringes Einkommen verursachten Probleme bewirken. Parallel hierzu zeigt die Erfahrung, dass die aus Spanien seit Beginn der Finanzkrise nach Deutschland gekommenen Zuwanderinnen in der Regel eine gute berufliche Ausbildung abgeschlossen haben. Da ein ökonomisch bedingter Aufenthalt zu keiner Zeit Bestandteil der eigenen Lebensplanung war, lernten diese Frauen während ihrer Ausbildung kein Deutsch, so dass bei der Einreise nach Deutschland die erforderlichen Sprachkenntnisse fehlten, um eine adäquate Beschäftigung zu finden. Die ersten beiden Jahre in Deutschland ziehen unter diesen Umständen erheblich am eigenen Selbstwertgefühl, so dass etwa die Hälfte der Frauen schon während des ersten Jahres Deutschland den Rücken kehren. Bei vielen anderen, die noch nach dem ersten Jahr bleiben, machen sich Ohnmacht und Resignation breit. Die Erfahrung zeigt aber auch, dass gerade neuzugewanderte junge Frauen außerordentlich flexibel auf die neuen Herausforderungen reagieren, eifrig Deutsch lernen und sich damit abfinden, in den ersten zwei bis drei Jahren mit gering bezahlten Jobs ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Viele finden aber auch mittelfristig attraktive Stellen vor allem im Gesundheits- und Pflegesektor, beide Bereiche, in denen akuter Arbeitskräftemangel herrscht mit zunehmender Tendenz.
Mit unserem Projekt wollen wir deshalb viele dieser neuzugewanderten und gut ausgebildeten Frauen ansprechen, sowohl als Multiplikatorinnen der geplanten Projekte als auch als Teilnehmerinnen an den Angeboten selbst. Die im Projekt vorgesehene Qualifizierung kann sie mit dem breiten Spektrum des deutschen Altenhilfesystems vertraut machen und bei ihnen die Bereitschaft fördern, in diesem Segment des Arbeitsmarktes eine dauerhafte Anstellung anzustreben. Die im Projekt vorgesehene Zusammenarbeit von jungen und älteren Frauen verspricht eine sehr spannende Auseinandersetzung beider Frauengenerationen mit den jeweiligen Frauenbildern und Geschlechtsstereotypen. Der dazu erforderliche Vergleich wird sicherlich die Zeit- und Kulturbedingtheit solcher Bilder und Stereotypen zutage bringen und insbesondere ihre Gestaltbarkeit trotz hartnäckiger Widerstände.   

Zielsetzung der Maßnahme:
Ø Qualifizierungsmaßnahme von ca. 25 Personen als Multiplikatorinnen für den Aufbau von Projekten zur Frauenförderung sowie zur offenen Altenhilfe in unseren Mitgliedsvereinen
Ø  Sensibilisierung und Gewinnung von Vorständen unserer Mitgliedsvereine für den Aufbau von Projekten zur Förderung von Empowerment bei neuzugewanderten Frauen und Geschlechtergerechtigkeit älterer Migrantinnen der ersten Generation in ihrem Wirkungsbereich
Ø  Wirksame Ansprache von neuzugewanderten Frauen sowie von isoliert lebenden älteren Frauen und ihre Motivation zur regelmäßigen Teilnahme an den aufgebauten Projekten. 
Ø  Zusammenarbeit der Multiplikatorinnen mit den für die Frauen- und  Seniorenarbeit zuständigen kommunalen Verwaltungsstellen und den Seniorenbeiräten ihrer Städte und Kommunen

 


 

Kinder- und Jugendförderplan des Landes NRW - „Junge Fachkräfte in die neue Heimat“ (Durchführungszeitraum: 1. Mai 2017 – 31. Dezember 2019)

Das Interkulturelle Jugendzentrum möchte im kommenden Jahr an die erfolgreichen Erkenntnisse der beiden letzten Jahre anknüpfen, in denen durch das Projekt „Neuzuwanderer in die neue Heimat“ die notwendigen wirtschaftlichen und personellen Ressourcen geschaffen wurden, um in Remscheid eine Willkommens- und Anerkennungskultur zu etablieren und in unserem Zentrum einen wahren Informations- und Orientierungspunkt für viele der benannten "neuen jungen Fachkräfte", die anfangs größtenteils aus Südeuropa stammen und vollkommen desorientiert nach Deutschland kamen, zu entwickeln. Diese Projekterfolge sollen nun auf die Zielgruppe der jungen zugewanderten Flüchtlinge erweitert werden. In den vergangenen drei Jahren ist die Zahl der zugewanderten Flüchtlinge in Remscheid von 340 auf nunmehr 1.455 gestiegen. Gleichzeitig leben in Remscheid insgesamt 17.442 junge Menschen, die zur angegebenen Altersspanne von 14 bis 27 Jahren gehören, 7.581 davon besitzen einen Migrationshintergrund (43,50 %) und 429 sind als männliche Flüchtlinge angereist (Quelle: Einwohnerstatistik der Stadt Remscheid, Stand 30.09.2016). Auch für diese Menschen ist es, identisch wie bei jungen Neuzuwanderern aus Südeuropa, aufgrund der vorhandenen sprachlichen und aufenthaltsrechtlichen Hindernisse, alles andere als einfach, eine Beschäftigung zu finden, die ihre Integration beschleunigt. Gleichzeitig bestitz Stadt besitzt außerdem nicht genügend finanziellen Ressourcen, um soziale Angebote für geflüchtete Zuwanderer/innen in ausreichendem Maße zur Verfügung zu stellen. Hier ist die Unterstützung bei der Erstintegration der Asylsuchenden grundlegend, damit allen voran die nicht mehr Schulpflichtigen unter ihnen, denen es an sinnvollen Beschäftigungsmöglichkeiten mangelt, diese lange Wartezeit überbrücken können. In den bisherigen Informationsveranstaltungen und Workshops, die sich im Laufe der Zeit bewährt und etabliert haben, sollen nun innerhalb dieses Erweiterungsprojekts auch junge Geflüchtete integriert werden. Weiterhin erreichen uns viele der erwerblose junge Menschen in Südeuropa (Derzeit liegt beispielsweise in Spanien die Arbeitslosenquote junger Menschen bis 28 Jahren bei 36 %. - Quelle: INE, Instituto Nacional de Estadística), die neu nach Remscheid zuwandern und auch in Zukunft für die geplanten Angeboten angesprochen werden und hiervon profitieren können. Es soll lediglich die Reichweite des Vorhabens erweitert werden. Das Vorhaben wird auch im kommenden Jahr vom Integrationsrat der Stadt Remscheid, seinem Fachdienst für Migration, sowie vom Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen, dem Jugendamt und dem Oberbürgermeister, dem spanischen Arbeitsministerium und dem Spanischen Generalkonsulat unterstützt und der Bundesverband spanischer sozialer und kultureller Vereine e.V. seit Jahrzehnten von den besagten städtischen Institutionen als für das interkulturelle Zusammenleben der Stadt bereichernde Institution geschätzt. Das Interkulturelle Jugendzentrum wird seit über sieben Jahren für seine vorbildliche Integrationsarbeit anerkannt, ist darüber hinaus Mitglied des örtlichen Integrationsnetzwerkes und der Initiative "Remscheid tolerant" und der Netzwerke für unbegleitete minderjährige Ausländer und die Arbeitsgruppe Jugendsozialarbeit und liefert damit einen weiteren Baustein, um die Integrationsarbeit vor Ort noch effektiver zu gestalten, die Entwicklung junger Menschen zu fördern und ihre Integration zu stärken. Außerdem soll das Vorhaben in Zusammenarbeit mit der in unserer Organisation integrierten Integrationsagentur für den Rheinisch-Bergischen Kreis, des ebenfalls in unseren Räumlichkeiten ansässigen Jugendmigrationsdienstes des Internationalen Bundes, des Kommunalen Integrationszentrum des Stadt Remscheid und den vor Ort ansässigen Migrantenselbstorganisationen und weiteren gemeinnützigen Organisation im sozialen Selbsthilfebereich bei der Erarbeitung der Angebote im Rahmen eines zu gründenden Projektbeirates weiterentwickelt werden, der sich regelmäßig in Zeitabständen von zwei bis drei Monaten zusammensetzen wird, um die geplanten bzw. vorhandenen Angebote auf die real existierenden Bedarfe, die während des Projektverlaufs erkannt werden, anzupassen und entsprechend auszuweiten. 

 

 

Hindenburgstr. 1 · 42853 Remscheid  | E-Mail: cfma@iree.org · Tel.: 02191 421531 · Fax: 02191 421432